9. Linzer Reisemedizin Tagung 2004
„Gelb gefärbt statt braun gebrannt“
9. Linzer Reisemedizinische Tagung
am 20.März 2004
Unter dem Motto fand am Wochenende die 9. Reisemedizinische Tagung in Linz an der Donau statt. Veranstalter war das Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Tropenmedizin am A. ö. Krankenhaus der Elisabethinen Linz, die Medizinische Gesellschaft für OÖ und die Österreichische Gesellschaft für Reise und Touristikmedizin (ASTTM).
Ein sehr häufiges Mitbringsel aus dem Urlaub ist leider die Gelbsucht in ihren vielen Erscheinungsformen. Prof. Aspöck von der Universität Wien berichtete über die durch Parasiten hervorgerufene Gelbsucht. Vereinfacht ausgedrückt, kann man 3 Arten der Gelbsucht unterscheiden: die Gelbsucht, die durch den Parasiten schlechthin verursacht wird, wie es bei der Malaria der Fall ist. Dabei kommt es zu einem sogenannten hämolytischen Icterus, d.h. eine Gelbsucht, die durch den raschen und erhöhten Zerfall der roten Blutzellen ( Erythrozyten) bedingt ist. Die zweite Art ist die durch die erkranktre Leber selbst verursachte Gelbsucht, wie es bei der Gelbfieber Infektion der Fall ist und schließlich die dritte Art der Gelbsucht, die als cholestatische Gelbsucht bezeichnet wird und durch den Parasiten, der die Gallenwege blockiert, bedingt ist. Die Diagnostik ist umfangreich und umfasst bei Verdacht auf Parasitose vor allem Stuhluntersuchungen und serodiagnostische Verfahren.
Prof. Steffen- Zürich, Dr. Laferl – Wien und Prof. Nothdurft – München wiesen in Ihren Referaten auf die Wichtigkeit der Hepatitis A und B Impfung bei Reisen hin. Prof. Kollaritsch gab einen Überblick über die Relevanz der Impfungen für die Mittelmeerregion und wies besonders auch auf die Typhus Impfung in verschiedenen Ländern des Mittelmeerraumes hin.
In weiteren Referaten wurde die Therapie der verschiedenen Gelbsucht Erkrankungen erörtert. Falldemonstrationen und Hinweise auf exotische Erkrankungen mit Lebermitbeteiligung und die manchmal schwierige Diagnose rundeten das Bild ab.
Fazit für jeden Reisenden:
Impfungen sind vor Reiseantritt auf den letzten Stand zu bringen. Gegen alle jene Erkrankungen, gegen die es keine Impfung gibt, müssen sekundäre Maßnahmen getroffen werden. Das ist in erster Linie: Essen Sie nur was gut gekocht, gebraten ist oder Obst, das Sie selbst schälen. Trinken Sie Trinkwasser nur aus Originalabfüllungen, die auch noch original verschlossen sind. Baden Sie nicht in freien Süßwassergebieten, die Sie nicht kennen, vermeiden Sie auch mit Erde verschmutzte Nahrungsmittel, wie Beeren, Salate und Pilze (dies gilt auch für Mitteleuropa – gute gründliche Reinigung ist absolut notwendig!) Auch von Naturbelassenen nicht gründlich gereinigten Kräutern geht eine Gefahr aus. Kontrollieren Sie diese auf festgebissene Ameisen.
Verwenden Sie bei Reisen geeignete Kleidung, die Schutz vor Insektenstiche bietet und wo erforderlich, verwenden Sie Repellentien und Insektizide.